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Freitag, 28. September 2007
Ethnischer Ursprung
steveo, 01:08h
Bekanntermaßen bin ich seit letzter Woche offiziell Student! Normalerweise wäre ich erst diese Woche mit dem Einschreiben dran gewesen. Da ich aber schon mal hier war beschloss ich, von den Vorteilen der noch überschaubaren Anzahl von Studenten vor Ort zu profitieren. Mittlerweile hat sich die Anzahl der Studenten auf dem Campus von ca. 3.000 auf 15.000 erhöht. Also alles richtig gemacht! ;-)
Der Papierkrieg hielt sich einigermaßen in Grenzen, da ich mit deutscher Gründlichkeit alle benötigten Dokumente in dreifacher Ausfertigung mitführte – positive Vorurteile sollten stets untermauert werden.
Auf meinem Immatrikulationsantrag war auch das Feld "ethnic origin" (= ethnischer Ursprung) mit einer zweistelligen Zahl auszufüllen - Erklärungen umseitig. Auf der Rückseite fand sich folgende Auflistung, die ich Euch nicht vorenthalten will:
11 White British
12 White Irish
13 White Scottish
19 White other
14 Irish traveller
21 Black or British Black Carribean
22 Black or Black British African
29 Other Black background
31 Asian or Asian British-Indian
32 Asian or Asian British-Pakistani
33 Asian/ Asian British-Bangladeshi
34 Chinese
39 Other Asian background
41 Mixed – White & Black Carribean
42 Mixed – White & Black African
43 Mixed – White & Asian
49 Other Mixed background
80 Other
Spontan fragte ich mich, wer außer Indianern und Eskimos noch die "80" ankreuzen darf. Jetzt, eine Woche später, konnte ich dank einer Banknachbarin darauf eine Antwort finden: Sie gab "80" an und ergänzte bei Nationalität "Tibetan"… klar, die werden den Teufel tun und "34" angeben! Bei genauerem Nachdenken wird natürlich klar, dass darüber hinaus jede Art von Ureinwohnern guten Gewissens die "80" wählen dürfte. Maori und Aboriginees zum Beispiel. Oder sämtliche Südamerikaner. Einer meiner Kommilitonen aus dem Sportmanagement-Kurs ist Costaricaner… also auch ein 80er.
Das gleiche Prozedere durfte ich übrigens auch bei der Anmeldung für das NHS (staatliche Krankenkasse) und das Fitnessstudio (!) noch einmal durchlaufen.

So sah das im Fitnessstudio aus
Wer sich fragt, wofür dieses Brimborium gut ist: Anscheinend gehen diese Daten an National Statistics, das britischen Gegenstück zu unserem Statistischen Bundesamt, und bilden die Basis zu allerlei Zahlenschieberei: Es ließe sich zum Beispiel alleine anhand dieser Daten ermitteln, ob Asiaten britisch-indischer Herkunft ein höheres akademisches Potential haben als Schotten. Oder auch, was eher krank macht: Studium und Training im Fitnessstudio. Oder aber auch, ob in einem gesunden Körper auch tatsächlich ein gesunder Geist steckt. Natürlich könnte man über den Verbleib der Daten auch wilde Verschwörungstheorien entwickeln… aber das wollen wir doch nicht!
Wie auch immer: Ich bin davon überzeugt, dass alleine der Vorschlag, eine solche Rubrik in ein beliebiges Formular in Deutschland zu integrieren, die Erfolgsaussichten einer Bewerbung Islands für die Austragung der Cricket-WM hätte. Das würde alleine schon daran scheitern, dass ein Konsens, ob die Gruppe der Felder 21-29 als "Schwarze", "Dunkelhäutige", "Farbige", "Afro-Amerikaner" oder gar "Maximal-Pigmentierte" zu benennen sei, bzw. wer in welchem Fall inwiefern diskriminiert würde, undenkbar scheint.
Der Papierkrieg hielt sich einigermaßen in Grenzen, da ich mit deutscher Gründlichkeit alle benötigten Dokumente in dreifacher Ausfertigung mitführte – positive Vorurteile sollten stets untermauert werden.
Auf meinem Immatrikulationsantrag war auch das Feld "ethnic origin" (= ethnischer Ursprung) mit einer zweistelligen Zahl auszufüllen - Erklärungen umseitig. Auf der Rückseite fand sich folgende Auflistung, die ich Euch nicht vorenthalten will:
11 White British
12 White Irish
13 White Scottish
19 White other
14 Irish traveller
21 Black or British Black Carribean
22 Black or Black British African
29 Other Black background
31 Asian or Asian British-Indian
32 Asian or Asian British-Pakistani
33 Asian/ Asian British-Bangladeshi
34 Chinese
39 Other Asian background
41 Mixed – White & Black Carribean
42 Mixed – White & Black African
43 Mixed – White & Asian
49 Other Mixed background
80 Other
Spontan fragte ich mich, wer außer Indianern und Eskimos noch die "80" ankreuzen darf. Jetzt, eine Woche später, konnte ich dank einer Banknachbarin darauf eine Antwort finden: Sie gab "80" an und ergänzte bei Nationalität "Tibetan"… klar, die werden den Teufel tun und "34" angeben! Bei genauerem Nachdenken wird natürlich klar, dass darüber hinaus jede Art von Ureinwohnern guten Gewissens die "80" wählen dürfte. Maori und Aboriginees zum Beispiel. Oder sämtliche Südamerikaner. Einer meiner Kommilitonen aus dem Sportmanagement-Kurs ist Costaricaner… also auch ein 80er.
Das gleiche Prozedere durfte ich übrigens auch bei der Anmeldung für das NHS (staatliche Krankenkasse) und das Fitnessstudio (!) noch einmal durchlaufen.

So sah das im Fitnessstudio aus
Wer sich fragt, wofür dieses Brimborium gut ist: Anscheinend gehen diese Daten an National Statistics, das britischen Gegenstück zu unserem Statistischen Bundesamt, und bilden die Basis zu allerlei Zahlenschieberei: Es ließe sich zum Beispiel alleine anhand dieser Daten ermitteln, ob Asiaten britisch-indischer Herkunft ein höheres akademisches Potential haben als Schotten. Oder auch, was eher krank macht: Studium und Training im Fitnessstudio. Oder aber auch, ob in einem gesunden Körper auch tatsächlich ein gesunder Geist steckt. Natürlich könnte man über den Verbleib der Daten auch wilde Verschwörungstheorien entwickeln… aber das wollen wir doch nicht!
Wie auch immer: Ich bin davon überzeugt, dass alleine der Vorschlag, eine solche Rubrik in ein beliebiges Formular in Deutschland zu integrieren, die Erfolgsaussichten einer Bewerbung Islands für die Austragung der Cricket-WM hätte. Das würde alleine schon daran scheitern, dass ein Konsens, ob die Gruppe der Felder 21-29 als "Schwarze", "Dunkelhäutige", "Farbige", "Afro-Amerikaner" oder gar "Maximal-Pigmentierte" zu benennen sei, bzw. wer in welchem Fall inwiefern diskriminiert würde, undenkbar scheint.
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Freitag, 21. September 2007
Dinge, die ich nach meiner Rückkehr importieren muss (Teil 1)
steveo, 22:08h
Ein Traum wurde wahr, seht Euch das an:

Dr. Pepper mit ZERO Zucker, das heißt 0,5 kcal pro 100 ml. Wenn da kein Zucker mehr drin ist, dann heißt das im Umkehrschluss, dass darin jetzt nur noch Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente enthalten sind – ab sofort sollte sich jeder Mensch ausschließlich von Dr. Pepper ZERO ernähren!

Dr. Pepper mit ZERO Zucker, das heißt 0,5 kcal pro 100 ml. Wenn da kein Zucker mehr drin ist, dann heißt das im Umkehrschluss, dass darin jetzt nur noch Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente enthalten sind – ab sofort sollte sich jeder Mensch ausschließlich von Dr. Pepper ZERO ernähren!
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Dienstag, 18. September 2007
Kippenheim – Coventry
steveo, 21:49h
Anfangs wunderte er sich noch, wie viel Aufmerksamkeit ihm zuteil wurde:
Sie kümmerten sich um sein Wohlbefinden.
Er wurde gewaschen.
Er wurde geölt.
Dann wurde ihm schlagartig klar, dass sie etwas im Schilde führen mussten… und ihn packte die nackte Panik. Spätestens, als er mitten in der Nacht aus dem Schlaf gerissen wurde, wäre er am liebsten davongerannt. Doch da war er schon in ihrer Gewalt.
So oder so ähnlich muss er sich gefühlt haben, der gute, alte, tapfere, treue, tornadorote Golf III, Baujahr 1991, als er am Samstagmorgen um 3 Uhr morgens aus der Garage gefahren wurde. Und tatsächlich, Ines und ich hatten einiges mit ihm vor: Knappe 1000 aktive Straßenkilometer, dazwischen 2 Stunden Verschnaufpause auf der Autofähre von Dunkerque nach Dover, wollten wir ihm so kurz vor dem H-Nummernschild noch zumuten.
Kurzum: Er wuchs noch einmal über sich hinaus und brachte uns trotz üppiger Last sicher ans Ziel. Linksverkehr inklusive.
Hast Du gut gemacht, alter Knabe!

Vor der Abfahrt

Der erste Morgen in Coventry
Sie kümmerten sich um sein Wohlbefinden.
Er wurde gewaschen.
Er wurde geölt.
Dann wurde ihm schlagartig klar, dass sie etwas im Schilde führen mussten… und ihn packte die nackte Panik. Spätestens, als er mitten in der Nacht aus dem Schlaf gerissen wurde, wäre er am liebsten davongerannt. Doch da war er schon in ihrer Gewalt.
So oder so ähnlich muss er sich gefühlt haben, der gute, alte, tapfere, treue, tornadorote Golf III, Baujahr 1991, als er am Samstagmorgen um 3 Uhr morgens aus der Garage gefahren wurde. Und tatsächlich, Ines und ich hatten einiges mit ihm vor: Knappe 1000 aktive Straßenkilometer, dazwischen 2 Stunden Verschnaufpause auf der Autofähre von Dunkerque nach Dover, wollten wir ihm so kurz vor dem H-Nummernschild noch zumuten.
Kurzum: Er wuchs noch einmal über sich hinaus und brachte uns trotz üppiger Last sicher ans Ziel. Linksverkehr inklusive.
Hast Du gut gemacht, alter Knabe!

Vor der Abfahrt

Der erste Morgen in Coventry
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